Waggonia

Das künstlerische und kunstgewerbliche Atelier-Ensemble ist wohl
das ungewöhnlichste Einzeldenkmal Lohelands. Unter der Holzverschalung und den steilen Dächern verbergen sich vier Eisenbahnwaggons der preußischen Reichsbahn. 1925 wurden sie gekauft und nach Loheland gebracht. Hier wurden sie auf Sandsteinsockel gesetzt, mit einem Dach überbaut und Innen wie Außen mit Holz verkleidet. Es entstand ein einzigartiges Raumensemble, das vom kreativen Gestaltungswillen der Loheländerinnen zeugt. In die Räume zogen 1926 die Fotowerkstatt, genannt „Lichtbildwerkstatt Loheland“, die Schneiderei, eine Flickwerkstatt, die Lederwerkstatt und schon bald die Komponistin Thea von Heinleth (1901-1994). Die „Lichtbildwerkstatt Loheland“ dokumentierte das Leben an der Frauenausbildungsstätte Loheland in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts, wo nicht nur Gymnastiklehrerinnen ausgebildet wurden, sondern in den Werkstätten auch funktionale, schlichte Produkte entstanden. Diese Fotoarbeiten werden heute in verschiedenen Ausstellungen nicht nur in Deutschland gezeigt.

Die Restaurierung des Waggon-Ensembles – gefördert durch
die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, das Hessische Ministerium
für Wissenschaft und Kunst und durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien als National wertvolles Kulturdenkmal – dauerte von 2017-2024. Dabei wurden vielfältige Veränderungen zurückgebaut und der Zustand von 1926 wiederhergestellt. Insbesondere die Zwillingsfenster der Bahnwaggons wurden nachgebaut, der Dachstuhl und der Bodenaufbau erneuert, sowie die innere Holzvertäfelung von der Schreinerei Loheland aufwendig restauriert.
Zukünftig sollen die Räume wieder als Atelier-, Seminar- und Ausstellungsräume genutzt werden.

Gefördert durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kultur Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz Gefördert durch das Landesamt für Denkmalpflege Hessen Gefördert durch Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien