Gewächshaus (Warmhaus)
Der erste Garten in Loheland wurde schon im Gründungsjahr 1919 unterhalb (östlich) des Holzhauses angelegt, er umfasste ca. 1,5 ha. Dieser enthielt neben Gemüse auch Sträucher mit Beerenobst. Um 1980 wurde der erste Garten aufgegeben, als dort ein neuer Stall für den Hof gebaut wurde.
Um 1930 wurde ein weiterer Garten auf der heutigen Fläche, neben dem Kanzleigebäude, angelegt und auch der sogenannte Martiniacker wurde zu jener Zeit angekauft. Das Gewächshaus (Warmhaus) wurde 1931 errichtet, allerdings erst später an seine heutige Stelle im Garten umgesetzt.
1926 kamen Maria Lohrmann als Gartenbauleitung und Karl Jung als Landwirt nach Loheland. Unter ihrer Leitung wurden der Garten und die Landwirtschaft ab 1926 auf biologisch-dynamische Wirtschaftsweise umgestellt. Maria Lohrmann, Hedwig von Rohden, Louise Langgaard und Maria Deinhardt traten 1927 in den „Versuchsring Anthroposophischer Landwirte Deutschlands“ ein, der heute unter dem „Demeter-Verband“ bekannt ist.
Mit eigenen Forschungsreihen als „Versuchsstelle Loheland“ basierend auf dem „Landwirtschaftlichen Kurs“ (1924) Rudolf Steiners trug Marie Lohrmann dazu bei, die Wirkung der verschiedenen biologisch-dynamischen Kompostpräparate und die Wirkung des Mondes auf die Samenkeimung zu erkennen. Ziel war es, die Erträge des Anbaus in der rauen Rhön behutsam zu steigern und mit Blick auf die Kreislaufwirtschaft sorgsam mit dem Boden, den Tieren und der sie umgebenen Natur umzugehen. Die Ergebnisse dieser Versuche publizierte Lohrmann ab 1927.
1931 fand die Gartenbautagung des „landwirtschaftlichen Versuchsrings“ in Loheland statt. Die Loheländerinnen – allen voran Maria Lohrmann – erhielten die Gelegenheit, ihre Arbeit einem breiten Fachpublikum vorzustellen, darunter vor allem männliche Kollegen aus der Landwirtschaft in ganz Deutschland. Besonders eindrucksvoll geschah dies durch eine großformatige Fotoausstellung aus der Lichtbildwerkstatt Loheland. Im Zusammenhang mit der genannten Tagung weilte auch Max Karl Schwarz in Loheland und fertigte drei Pläne des um 1930 auf 54 ha erweiterten Gesamtgeländes an. Hier sind die Gartenflächen, wie heute neben der Kanzlei und auf dem Martiniacker angelegt. Der Anbau im Garten diente zur Selbstversorgung der Siedlung, aber auch Pflanzenkunde wurde vor Ort von den Seminaristinnen u.a. im Unterricht bei Dorle Zimmermann studiert.
Heute ist Loheland nach Dornach der weltweit älteste durchgehend biologisch-dynamisch produzierende Gartenbaubetrieb der Welt. Der Garten Lohelands ist Teil der pädagogischen Arbeit am Hof Loheland der Rudolf-Steiner-Schule.
Gärtnerinnen in Loheland u.a. waren:
Und viele mehr bis heute!
Maria Lohrmann (1926 bis 1934 in Loheland)
Jutta von Somnitz (1934-38 in Loheland)
Marie Zeidler (1895-1995; ab 1938 in Loheland, bis wann ist nicht bekannt)