Kanzlei
Das durch seine gelben Fensterläden auffallende Haus wurde1926 von der Firma Lohmüller aus Güsten/Anhalt gebaut. Die Güstener „Werkstätten für Holzhausbau“ gehören zu den frühen
Anbietern von individuell geplanten (Teil-) Fertighäusern. Die Kanzlei der „Loheland Schule für Körperbildung, Landbau und Handwerk“ entlastete die Enge des Holzhauses. Neben der Verwaltung fand die Poststelle Loheland sowie ein Verkaufsraum der Loheland Werkstätten Platz. Heute sind hier die Büros der Öffentlichkeitsarbeit und der Hausmeisterei untergebracht.
Aus Sicht einer Loheländerin
Eine ganz große Erleichterung wurde es, als unsere Kanzlei, ein Holzbau mit lustig gelb gestrichenen Fensterläden, am 17. Januar 1927 bezogen werden konnte. Nun hatten wir zusammen auf eigenem Grund und in einem Haus den Raum für die Geschäftsführerin, je einen Raum für die Post und die Buchhaltung, einen Versandraum und den Verkaufsraum für unsere Werkstättenerzeugnisse, Kerzen und gutes Glas von Süßmuth. Heute sind es statt der eigenen auf der Messe gekaufte Keramikwaren. Die Dankbarkeit für dieses neue Haus kann man ermessen, wenn man die vorherigen Verhältnisse kennt: Die Buchhaltung war in Dirlos im Haus vom Schmied Rothmann, die Post wurde dort abgegeben, eine eigene Poststelle hatten wir noch nicht. Die Stoffe lagen in einer Gaststube des Gasthauses „Zur alten Piesel“. Nur der Postbote stöhnte jetzt, denn er musste nun den weiteren und steilen Weg zum Herzberg mit seinem Fahrrad machen, bepackt mit schweren Paketen, so dass er nur schieben konnte.
Elisabeth Hertling, Das Entstehen und das Werden der Schulsiedlung Loheland, 1984,
aus Drei Frauen – drei Geschichten – Loheland Stiftung, Seite 190f